Bewerbung nach Kündigung: So formulieren Sie es im Anschreiben
Eine Kündigung muss im Anschreiben nicht zum Problem werden — mit der richtigen Formulierung wirkt sie souverän.
Ob selbst gekündigt, betriebsbedingt entlassen oder ein Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet — viele Bewerber sind unsicher, wie sie das im Anschreiben ansprechen sollen. Die wichtigste Regel vorab: Eine Kündigung muss im Anschreiben in der Regel gar nicht explizit erwähnt werden. Entscheidend ist, wie Sie mit der aktuellen Situation umgehen.
Der Fokus liegt auf der Zukunft, nicht der Vergangenheit
Statt zu erklären, warum das letzte Arbeitsverhältnis endete, richten Sie den Blick nach vorne: Was suchen Sie in der neuen Position? Welche Aufgaben motivieren Sie? Ein Anschreiben ist kein Ort, um Konflikte oder negative Erfahrungen mit dem vorherigen Arbeitgeber zu verarbeiten — das gehört, wenn überhaupt, ins persönliche Gespräch.
Wenn eine kurze Erklärung sinnvoll ist
Bei einer betriebsbedingten Kündigung (z. B. durch Stellenabbau oder Standortschließung) kann eine knappe, sachliche Erwähnung durchaus hilfreich sein — sie nimmt möglichen Fragen die Grundlage. Eine neutrale Formulierung wie "Da meine bisherige Stelle im Zuge einer Restrukturierung entfällt, suche ich eine neue berufliche Herausforderung" wirkt professionell und schafft Klarheit, ohne ins Detail zu gehen.
Vermeiden Sie negative Formulierungen
Sätze wie "Ich möchte meinen jetzigen Job verlassen, da das Arbeitsklima schlecht war" hinterlassen einen negativen Eindruck — unabhängig davon, wie berechtigt die Kritik ist. Formulieren Sie stattdessen positiv, was Sie sich von der neuen Stelle erhoffen: mehr Verantwortung, ein bestimmtes Themenfeld, eine neue fachliche Ausrichtung.
Lücken im Lebenslauf professionell überbrücken
Entstand nach der Kündigung eine Pause, muss diese nicht zwingend im Anschreiben thematisiert werden — kurze Lücken von wenigen Monaten sind heute üblich und werden selten kritisch hinterfragt. Bei längeren Pausen kann ein kurzer, positiver Hinweis (z. B. Weiterbildung, Familienzeit, Neuorientierung) für Klarheit sorgen.
Praktische Tipps auf einen Blick
- Richten Sie den Fokus auf Ihre Motivation für die neue Stelle, nicht auf das Ende der alten.
- Erwähnen Sie eine Kündigung nur, wenn es sachlich notwendig ist — kurz und neutral.
- Vermeiden Sie negative Formulierungen über frühere Arbeitgeber.
- Bei Lücken im Lebenslauf: kurze, positive Erklärung statt Rechtfertigung.
Fazit
Eine Kündigung ist kein Makel, den Sie erklären müssen — sie ist Teil eines normalen Berufswegs. Wer den Blick nach vorne richtet und sachlich, positiv formuliert, wirkt souverän und professionell.